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Gießener Allgemeine: Mehr als eine App

Das Gießener Start-up »Werkules« hat sich im Finale der Start-up-Safari Frankfurt/Rhein-Main mit einer Software für Handwerker durchgesetzt. Im Gespräch erzählen Vertriebsmitarbeiterin Franziska Lang und Mitgründer Kay Simon von ihrem Erfolg, ihren Plänen und Zukunftsaussichten.

Ein Startup-Unternehmen aus Gießen präsentiert eine Software für Handwerker. Was sich auf den ersten Blick unspektakulär anhört, hat einen großen Effekt und einen Namen, der an Herkules erinnern soll: »Werkules«.

Eine Reise durch die Innovationsszene des Rhein-Main-Gebiets endete für das junge Gießener Unternehmen erfolgreich. Bei der größten dezentralen Veranstaltung für Startups, Gründer und Innovatoren, der Startup-Safari Frankfurt-RheinMain war der Höhepunkt das Pitch-Event mit fünf Finalisten in Frankfurt. In einem vierminütigen Pitch zu Idee und Produkt galt es für die Finalisten, die Jury zu überzeugen. Für das überzeugendste Startup gab es ein Preisgeld von 2000 Euro. Durchsetzen konnte sich Gründer Kay Simon mit seiner Software »Werkules«. Lediglich drei Folien einer Power-Point-Präsentation waren nötig, um die Jury sowohl im Pitch wie auch im nachfolgenden Gespräch vom Projekt zu überzeugen.

In den Interimsbüroräumen erzählten Simon und seine Vertriebsmitarbeiterin Franziska Lang über die Herausforderungen und Ziele des Startups.

Hilfe bei Abwicklung von Baustellen

»Wir sind ab Februar in Frankfurt. Derzeit sind wir hier in Gießen in den Räumen von TeamSimon, einem großen Handwerksunternehmen, mit denen wir gemeinsam das Projekt gestartet haben«, erzählte Simon. Die Softwareanwendung Werkules ist für Handwerker gedacht, nachdem sie eine Auftragsbestätigung erhalten haben - eine Art Baustellenabwicklung quasi. »Wir haben vor drei Jahren begonnen, und gemeinsam mit dem TeamSimon 20 mögliche Lösungen erstellt und analysiert«, sagt der Gründer.

Die Zusammenarbeit mit TeamSimon kommt nicht von irgendwo - Mario Simon ist der Bruder von Kay Simon. »Werkules wurde hier entwickelt, wir haben das ausgereifte System dann ausgelagert«, meinte der junge Unternehmer. Nachdem die Software den Härtetest überstanden hatte, wurden viele praktische Beispiele zu Rate gezogen, um die Problemlösung zu analysieren - etwa die digitale Zeiterfassung. »Wir haben eine Zeiterfassung per GPS installiert. Einloggen und ausloggen wird somit möglich, alles weitere wird jedoch nicht getrackt. das GPS funktioniert nur bei Start und Ende, gerade bei Baustellen«.

Werkules selbst wurde 2021 ausgegliedert, nachdem das System seit Jahren entwickelt wurde. »Der betriebswirtschaftliche Fokus und das Know-how aus dem Bauwesen vereint. Mein Vater war Fliesenleger, ich kenne den rauen Umgangston der Branche«, sagt Simon. Für eben jene Branche und ihre verschiedensten Gewerke ist die Anwendung gedacht.

»Wir haben eine Desktopvariante und eine Variante als App«, erzählte Vertriebsmitarbeiterin Franziska Lang über die Verwendungsmöglichkeiten von Werkules. Das Interesse sei sehr hoch, das Unternehmen schwimme derzeit auf der Bekanntheitswelle. »Wir rühren die Werbetrommel und entwickeln mit Kunden zusammen das Projekt weiter und passen uns ihnen auch an. Aber wir behalten auch unsere eigenständigen Merkmale«.

Dass das junge Start-up im kommenden Jahr nach Frankfurt umzieht, hat pragmatische Gründe. »In Frankfurt haben wir eine bessere Startup-Location als hier in Gießen«, argumentierte Simon. Für das Team, bestehend aus sechs Vollzeitkräften und vier Minijoblern heißt es dann - Kartons packen und vom mittelhessischen Oberzentrum in die Großstadt ziehen.

Und welche Ziele verfolgt man bei Werkules für das kommende Jahr? »Wir wollen ein Kalkulationsprogramm nachziehen. Und wir wollen eine Schnittstelle an die Banken gewinnen. Danach könnte jeder Handwerker die Zahlungsflüsse genau nachvollziehen. Das ist aber ein großer Aufwand und eine riesige Hürde«. Eine Herausforderung, der sich das Team in der Bankenstadt stellen will.

 

Quelle: Mehr als eine App (giessener-allgemeine.de)

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